UMZUG!

Januar 18, 2012

Hallöchen!

Uhaha!

Dieses Blog ist umgezogen an einen anderen Ort. Ich hoffe, ich seh euch da! =)

Rezension einer Rezension: Inception

August 6, 2010

Zunächst mal das Wesentliche: Inception ist ein großartiger Film, den es sich zu sehen lohnt. Vielmehr noch ist der Kinobesuch hier sogar ein Muss, traue ich doch keinem noch so großen HD Ready Plasma XXL Fernseher mit eingebautem Warpantrieb zu, die Atmosphäre dieses Blockbusters (im besten Sinne!) angemessen auf seine Zuschauer zu übertragen. Also ins Kino fahren, anschauen. Los!

Der Titel „Rezension einer Rezension“ ist indes keine Anspielung auf den Film, sondern weist darauf hin, dass ich hier vielmehr die Kritik eines anderen bewerte. Einige werden ja die 5 Filmfreunde kennen. Diejenigen werden auch wissen, dass besagte 5 Filmfreunde zwar einen sehr coolen, durchaus lesenswerten Blog betreiben, jedoch auch dafür bekannt sind, gefühlte 80% aller Film zu verreißen. Dies war bei Inception zwar nicht der Fall, allerdings fiel mir Batzmans Bewertung dann doch etwas zu niedrig aus, zumal der eigentlich durchweg negative, teils etwas herablassend anmutende Tonfall der Review sogar auf weniger, als die vergebenen 3,5 von 5 Punkten hindeutet.
Als ich den Text das erste Mal überflog, war ich mir sicher: Den hat Jet Strajker geschrieben (der sich für gefühlte 95% der 80% Verrissqoute des Quintetts verantwortlich zeichnet – so und jetzt nachrechnen, wieviel von den 100% der Filme ist!^^). Dem guten Strajker hat, glaube ich, erst ein Film vorbehaltlos gefallen, den er jemals gesehen hat (Synecdoche New York, der mir gerade aus meinem DVD Regal vorwurfsvolle Blicke zuwirft, während ich diese Zeilen schreibe). Diesen Film halte ich zwar nicht für ein „Meisterwerk“, jedoch spielt das hier keine Rolle, denn der gute Mann schreibt wohl keine lobenden Rezensionen (an dieser Stelle ganz deutlich: Eine Review wäre doch mal nett, der Herr, zumal den Film nicht jeder verstanden haben dürfte). Ich drifte ab.

Was mich gleich zu Beginn der Review des geschätzten Batzman wunderte, war sein unnachgiebiges Beharren auf eine Verortung Inceptions im „Heist Genre“. Der Film ist doch so viel mehr, z. B. ein waschechter Science Fiction Streifen, auch wenn man ihm das nicht an allen Ecken und Enden anmerkt (was ich als sehr angenehm empfand, Techbabble über das „In-Träume-Eindringen“ zum Beispiel, hätte wirklich niemand gebraucht; ein spitzen Schachzug von Christopher Nolan, genau diese Art von ermüdendem Genregefasel komplett hinten runter fallen zu lassen). So fand ich es dann reichlich unpassend, die „heistüblich Gelassenheit“ (ich musste sofort an die gleichnamige Serie denken) von einem Film einzufordern, dessen Grundton nun einmal alles andere als „gelassen“ ist und der sich damit auch keinen Gefallen täte. Die enorme Spannung, die Inception spätestens ab dem Eindringen in die erste Traumebene entwickelt, lebt (für mich) vor allem von eben dieser Ernsthaftigkeit der Vorkommnisse sowie vor allem der möglichen Konsequenzen. Auch nur eine Nuance mehr Ocean’s Eleven, als es Tom Hardys natürlicher Spitzbubencharme ist, würde das Konzept des Films ad absurdum führen. Von der einzigen zentralen Figur, Cobb, einzufordern, er solle „Spaß an der Sache haben“, passt da genau so wenig, da es für ebendiesen ja von Beginn an um die sprichwörtliche Wurst geht.

Doch kommen wir zum Hauptpunkt meiner Kritik, ich zitiere den guten Batzman mal und hoffe, damit nicht gegen Urherberrechte zu verstoßen: Was dem Film fehlt ist Drive und wirkliche Spannung, was vor allem an den extrem blassen Charakteren liegt, von denen keiner eine echte eigentliche Persönlichkeit hat, die über das hinausgeht was die allesamt sehr talentierten Darsteller ihnen mitgeben können. Ab hier entzieht sich meinem Verständnis, was der Rezensent genau von dem Film sehen möchte. Zunächst wäre es bei einem Esemble-Heist Flick (und ein Ensemble haben wir hier durchaus) ebenso unüblich, besonders tiefe Charaktere zu basteln, wie die Einforderung dessen bei Inception am Thema vorbei geht. Des Weiteren bringt Di Caprios (zentrale!) Figur alles Nötige mit, um der Handlung den nötigen Drive zu geben, geht es für sie doch, wie gesagt, um so einiges. Tiefer muss Cobbs Konflikt für mich dann auch nicht gehen, was zählt, ist einzig, ob man ihn ernst nimmt und das ist denke ich durchaus gegeben, wir sehen hier schließlich keine Charakterstudie! Dem Rest der Bande mehr von ebendiesem Charakter zu geben, hätte Inception (Batzman mahnt ja seine angebliche Langatmigkeit in der ersten Hälfte selbst an) unnötig gedehnt und seine Dramaturgie versaut, denke ich. Zudem füllen die hervorragenden Akteure ihre Figuren mit einer Menge Seele, so reichen beispielsweise Ellen Pages Bemühungen um Di Caprio oder die kleinen Geplänkel zwischen Joseph Gordon-Levitt und Tom Hardy völlig aus, um diesen Figuren mehr Leben einzuhauchen, als dass der Zuschauer ihr Ableben gerne hinnähme. Mehr noch, das Ganoven Team erwächst durch diese wenigen, zugegeben, kurzen Momente, zu einer homogenen Einheit, deren mögliches Scheitern spätestens, wenn sich die Ereignisse zu überschlagen beginnen, wie ein drohender Dolch über dem Geschehen schwebt.
Oder mit anderen Worten: Wenn Inception nicht spannend ist, was dann? Ich für meinen Teil war irgendwann zwischen erster Traumebene und Schwerelosigkeit im Hotel förmlich in meinen Sitz gepresst und zum ersten Mal seit langer, langer Zeit stellt sich bei mir während eines Kinofilms dieses „Mir bleibt die Spucke weg“-Gefühl ein. Zu intensiv war das gerade Gesehene….und Gehörte! Auch hier möge mir Batzman verzeihen, aber Hans Zimmers Soundtrack passt auf diesen Film, wie die Faust aufs Auge. Dass eine dröhnende, leicht monotone musikalische Begleitung nicht per se etwas Schlechtes sein muss, sollte seit „There Will Be Blood“ jedem klar sein, dachte ich. Gerade auf Kinolautstärke trug die Filmmusik (bei mir) doch beträchtlich zu Intensivierung der drückenden Atmosphäre des Films bei. Da pubertär-patzig von „Blubbern und Hornpupsen“ zu sprechen lässt etwas den nötigen Stil vermissen, denn Geschmack hin oder her, so mies, dass er derart verunglimpft werden müsste, ist der Soundtrack nun wirklich nicht. Und ja, mir ist der lockere Schreibstil der 5 Freunde durchaus bekannt, leider wirkt er an dieser, wie manch einer anderen Stelle dier besagten Review etwas deplatziert. Was nicht heißen soll, dass ich ihn nicht (generell) schätze!

Fazit: Inception funktioniert als Blockbuster besser, als (fast) alles, was ich in den letzten Jahren gesehen habe (Ausnahme: The Dark Night, der bezeichnenderweise vom selben Regisseur ist). Der Film bewegt sich klar in seinem Element, will nicht mehr sein, als er ist, ist jedoch im Rahmen dieser „Limitierung“ nahe an der Perfektion. Mein einziger Kritikpunkt ist das (den Gesetzen des Inception-Universums nach) etwas unlogische Ende, das ich ehrlich gesagt aber nicht anders erwartet hatte. Ohne zu viel zu verraten, aber bei all den Gesprächen über Realität und Traumwelt wird es dem Zuschauer hier recht leicht gemacht, zu erraten, was kommt. Das nimmt dem Film jedoch auch nicht wirklich etwas von seiner Spannung, so!

Die 5 Filmfreunde lege ich natürlich dennoch jedem Filmfan wärmstens ans Herz, ich kenne auf dem Gebiet in Deutschland keine konkurrenzfähige Seite, was die Qualität betrifft. Wenn jetzt noch Strajker „Synecdoche, New York“ reviewt, backe ich den Jungs sogar mal einen Kuchen.

Uhaha

Beretta or Desert E’s, N**ga?

August 4, 2010

Seit letzter Woche weiß man: Am besten beides!

Die erste Meldung tauchte, so weit ich mich erinnere, auf 2dopeboys.com auf, viel wichtiger ist jedoch: Nachdem ich sie gelesen hatte, habe ich mich sofort splitterfasernackt ausgezogen und bin einmal quer über die Domplatte gelaufen….NICHT! Aber angemessen wäre es allemal gewesen, sollte es wirklich stimmen. Eine Kollaboration zwischen meiner geliebten Boot Camp Clik und dem legendären Wu-Tang Clan!!!!!!! Holy Crap! Fest steht, dass ich mich in den kommenden Wochen und Monaten als fleischgewordene Suchmaschine getätigen werde. Jeder Newsbeitrag, jeder Feed, Podcast, Twit und Re-twit wird von meinen gierigen Augen gelesen werden, so lange, bis Klarheit herrscht, danach kann es dann nur heißen: Domplatte –> NACKT!

Bleibt zu sagen: Hip Hop Fans, faltet die Hände und BETET!

Uhaha

Rezension: Das A-Team – Der Film

August 4, 2010

Nun also doch. Lange habe ich überlegt, ob es überhaupt lohnt, sich über diesen Film auszulassen. Es lohnt sich jedoch nicht nur, es MUSS schlicht und ergreifend sein, sonst explodiert mir womöglich die Gallenblase.

Doch wo soll ich nur anfangen? Das erste Stirnrunzeln stellte sich bereits bei Bekanntwerden der Besetzung ein. Nachdem zeitweise Ice-Cube (der mAn perfekt für die Rolle gewesen wäre) als B.A. gehandelt wurde, war Rampage Jackson schon eine herbe Enttäuschung, zumal hier zu erwarten war, dass er selbst die zwei Gesichtszüge eines Mr. T nicht im Repertoire haben würde. Bradley Cooper als Face, bei dem ich mich sofort fragen musste „Hat dieser Mann schon mal eine Rolle gespielt, die mir nicht zum Brüllen unsympathisch war?“, hat mich auch nicht wirklich erfreut. Da ich vorangegangene Frage klar verneinen musste, kam sofort als logische Konsequenz dessen eine weitere Frage auf: „Kann das nur an den miesen Typen gelegen haben, die Herr Cooper bislang gespielt hat oder ist er einfach mit einer unfassbar unsympathischen Visage/Aura gesegnet?“ Nun ja, abwarten, dachte ich mir und schob meine Aversion gegen Cooper auf die Folgeschäden, die ich vom „Hangover“-Ansehen übrigbehalten habe (als da wären: plötzliches Erbrechen, unkontrollierbare, sich nicht ankündigende Wutausbrüche, gewalttätiges Verhalten gegenüber jedem, der einer der Figuren des Films oder seinem Drehbuchautor auch nur im Entferntesten ähnlich sieht, Paranoia). Das Murdock Look-a-like Sharlto Copley gefiel mir als Besetzung für die schwierigste der vier Rollen im Vorfeld noch mit Abstand am besten, hatte er doch in District 9 bereits unfreiwillig den Murdock gespielt. Doch dann: Liam Neeson als Hannibal! Grundgütiger! Herr Neesons Bekanntheitsgrad in allen Ehren, aber halbwegs humorvoll habe ich ihn  noch nie agieren gesehen. Aber lassen wir uns überraschen, dachte ich mir.

Wie unrecht ich damit hatte. Ich hätte es mir sparen sollen, ähnlich wie den vierten Indiana Jones Film (den ich hier nicht einmal namentlich benennen möchte, das Trauma ist einfach noch zu nah). Rampage macht genau das, was ich von ihm erwartet hatte (NICHTS!). Liam Neeson hängt wohl noch in seiner Nazi-Rolle aus „96 Hours“ fest und zeigt den gesamten Film über nicht mal einen Anflug von George Peppards ironischem Charme. Auch Bradley Cooper hat mir nun noch einen weiteren Grund geliefert, ihn zu hassen. War Dirk Benedicts Faceman noch auf eine lustige Art und Weise schmierig, so ist Coopers Rolle einfach NUR schmierig. Freilich, dafür kann er als Schauspieler eher wenig und dennoch scheint ihm der neue Anti-Face wie auf den Leib geschrieben, wenn er völlig an der Figur vorbei gefühlte 90 % des Films oben-ohne herumrennt. Sharlto Copley macht seine Sache anständig, jedoch vergewaltigt das unterirdische Script seine Rolle noch ein kleines bisschen mehr, als die anderen 3, so dass nicht mehr viel übrig bleibt, woraus er etwas hätte machen können.

Wenn ich „The A-Team“ mit einem Wort beschreiben müsste, würde ich „plump“ wählen. Alles scheint, wie mit dem Holzhammer inszeniert. Plumpe Figuren, plumpe Zitate des Originals, eine plumpe (und völlig deplatzierte) Lovestory. Am schwersten jedoch wiegt die plumpe und bierernste Grundstimmung des Films, der eigentlich viel mehr harter Action-Reißer sein will, als A-Team. Die Actionszenen selbst sind dann jedoch so over the top, dass sie weder in diese besagte Sparte passen, noch etwas mit den ironisch-trashigen Sequenzen der Kultserie gemeinsam haben. Leider hat man sich jedoch dafür entschieden, ihnen zuliebe das gesamte Erzähltempo des Films (als ob er nicht auch so schon völlig ruiniert gewesen wäre) auf die, in good old Hollywood derzeit beliebte, Hase-Igel Geschwindigkeit zu beschleunigen. Wenn die Story losrennt, ist die Action schon da. So fühlt sich der Zuschauer dann meist wie vor den Kopf gestoßen, denn die (eigentlich altbekannte) Handlung hüpft umher, wie ein dickes Kind im Süßwarenladen (man verzeihe mir den Vergleich). Apropos Story: Wer kam eigentlich auf die Idee, das A-Team von Vietnam in den Irak zu vers…..lassen wir das. Bringt doch alles nichts.

„Das A-Team“ ist ein Totalreinfall, den man schnellstmöglich wieder vergessen sollte. Hier wurde so viel falsch gemacht, wenn ich tatsächlich alles aufzählte, wäre diese Erregung hier am Ende vermutlich länger als das Drehbuch. Nur eines noch: Wenn Murdock dann noch dazu gezwungen wird, einen aktuellen Popsong zu Werbezwecken zu trällern, ist das Maß endgültig voll. Selten wurde ein 80er Jahre Klassiker so sehr verhunzt, seine Figuren geschändet und seine Fans gedemütigt. Also wie gesagt, nicht ansehen und wenn doch, am besten danach einen Traktorreifen auf den eigenen Kopf fallen lassen, damit schnellstmöglich das Gedächtnis gelöscht wird.

Dieser Beitrag wird sich in 5 Sekunden selbst zerstören. Uhaha.

Erkenntnisse der Loveparade Katastrophe

Juli 26, 2010
  • Niemand hat Schuld! Auf der am Sonntag ab 12 Uhr abgehaltenen Pressekonferenz (u. A. nTV und ARD übertrugen) warfen Duisburgs Bürgermeister Adolf Sauerland, Sicherheitsdezernent Wolfgang Rabe, Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller sowie Duisburgs Stellvertretender Polizeipräsident mit Ausreden um sich, dass es nur so in den Ohren klingelte. Am dreistesten war dabei Sauerland, der sogleich „individuelle Fehler“ für das Unglück verantwortlich machte, auf alle weiteren Fragen, etwa wie man die lange im Vorfeld publik gewordenen Warnungen, die Großveranstaltung nicht auf dem viel zu kleinen Bahnhofsgelände von Duisburg stattfinden zu lassen, aber nur mit Schweigen antwortete. Er kenne „die Fakten“ noch nicht. Bis auf die Tatsache natürlich, dass allein individuelles Versagen (der Einsatzkräfte?) als Ursache auszumachen sei. „Scheiße rollte eben immer den Berg hinunter, nicht hinauf“, wird sich Sauerland gedacht haben, der dann zum Glück bei seinem abendlichen PR-Besuch an der Unglücksstelle von einigen Trauernden so lange mit Müll beworfen wurde, bis er fluchtartig das Gelände verlassen musste. Ich meine: Ziegelsteine hätten es auch getan.
  • Bereitwillig, so Sauerland auf der PK, habe man (wohl aus gutem Willen und/oder Nächstenliebe) den Ermittlungsbehörden alle eigenen Unterlagen zur Loveparade „überlassen“. Auf deutsch übersetzt: Es gab eine Hausdurchsuchung im Duisburger Rathaus, was rein vom rechtlichen Gesichtspunkt betrachtet, schon eine recht deutliche Sprache spricht, wo unter anderem jene angesprochenen Ermittlungsbehörden einen der Hauptschuldigen vermuten.
  • „Es war keine Massenpanik!“ weiß stellv. Polizeipräsident Detlef von Schmeling. Diese etwas unsinnig anmutende Erkenntnis wird er ebenso exklusiv gewonnen haben, wie die Antwort auf die Frage, was das eigentlich zur Sache tut. Wer den Zynismus in von Schmelings Aussage findet, gewinnt eine Polizeiuniform der Stadt Duisburg.
  • „Es war eine gerechte Strafe Gottes!“ behauptet gar Johanns B. Kerners Busenfreundin Eva Hermann in ihrer irgendwo zwischen „anstößig“ und „ekelerregend“ rangierenden Diffamation der in Duisburg Verstorbenen. Die wichtige Erkenntnis hinter ihrem, von fortgeschrittenem Realitätsverlust zeugenden, Artikel ist allerdings eine andere. Frau Herman, die mittlerweile für den Kopp Verlag ihre Weisheiten zu Themen wie Mutterschutz, Autobahnen oder das jüngste Gericht publiziert, ist bei dem, für alle Arten von Extremismus und Fremdenfeindlichkeit bekannten, Unternehmen, endlich auf fruchtbarem Boden gelandet und darf die Bälle jetzt von ganz weit rechts außen in den Strafraum flanken. Ich gratuliere….nicht, da Frau Hermanns geschmacklose Rassismen wohl selbst dem neuen Arbeitgeber ein wenig zu weit an der Wahrheit vorbei gingen. Der Artikel ist mittlerweile gelöscht. Was wohl die nächste Karrierestation der Eva H. sein wird? Dynamo Dresden soll ja noch ein paar Hooligans suchen….
  • Es wird in Zukunft keine Loveparade mehr geben, so Rainer Schaller. „Aus Respekt vor den Opfern.“ Oder natürlich, weil das finanziell arg angeschlagene Festival spätestens seit dem Desaster in Duisburg bankrott sein dürfte. Zumindest war man, nachdem Schallers Fitnesskette Mc Fit, gleichzeitig Hauptsponsor der Tecnoparade, der Veranstaltung mit gut 3 Mio. Euro aushelfen musste, damit diese überhaupt finanzierbar war, ein beträchtliches Risiko eingegangen, um das Festival ein weiteres Mal vor dem Aus zu retten. Nur logisch erschien es da, dass man trotz aller warnenden Stimmen massiven Druck auf die Verantwortlichen der ebenfalls finanziell vor dem großen Nichts stehenden Stadt Duisburg ausübte, die aufgrund ihrer eigenen Situation wohl nur allzu gerne nachgaben. „Wer nichts wagt, der nichts gewinnt“ war wohl das Motto dieses gemeinsamen finanziellen Selbstrettungsversuchs. Das Ergebnis ist bekannt.

„Erwartungen erfüllt“…

Juli 22, 2010

…muss ich leider sagen. Ein Pamphlet.

Wer vor dem „Freundschaftsspiel“ der beiden türkischen Erzrivalen Galatasaray und Fenerbahce in Mönchengladbach eher gemischte Gefühle hatte, wurde am gestrigen Abend vollauf bestätigt. Spieler wurden mit Gegenständen beworfen, eine junge Frau trug schwere Verbrennungen durch einen Feuerwerkskörper davon; zeitweise stand das Spiel kurz vor dem Abbruch (nachzulesen unter anderem auf Goal.com, wo der weise Christoph Vogel von den Vorfällen berichtete).

Da fragt man sich unwillkürlich: Sind das noch Fans? Kann ich als Fußballfan solch einem Verein noch mit Sympathie begegnen? Wer die Berichterstattung deutscher Medien über Ausschreitungen gerade türkischer oder italienischer Fußballanhänger in den letzten Jahren verfolgt hat, kommt nicht umhin, zu bemerken, dass unsereins gerne mit den Fans von Fenerbahce oder Lazio Rom eine Spur kritischer umgeht, als mit den Schlägern von z.B. Hansa Rostock, die unlängst die halbe Düsseldorfer Innenstadt in Schutt und Asche legten. Dennoch fallen mir, wenn ich an den türkischen Ligakrösus denke, spontan mehrere Vorfälle ein, die ich, unabhängig von meiner Abneigung gegen Hansa bzw. Teile seiner Anhängerschaft, in aller Schärfe verurteilen muss. Der gestrige Abend ist da ein Beispiel, auch die unfassbaren Reaktionen auf die geplatzte Meisterschaft in der vergangenen Saison sowie die Ausschreitungen wiederum im Rahmen eines Freundschaftsspiels gegen Waldhof Mannheim anno 2004 (um was ging es da noch gleich?!). Vitali Klitschko wird sich noch erinnern, trainiert er doch seitdem angeblich Volkan Demirels Schlagkombination gegen Waldhof Manager Gaudino.

Halten wir uns jedoch nicht mit unwichtigen Einzelfällen auf, sondern betrachten wir einmal nur das besagte Saisonfinale 2010. Da kauft man mit viel Geld eine recht schlagkräftige Truppe zusammen, mit der Ultras wie Neckermänner eigentlich hoch zufrieden sein dürften. Teure Talente versprechen attraktiven und mittelfristig erfolgreichen Fußball und die Bindung der Fans an ihren Verein scheint unter dem hohen Ausländeranteil des Teams nicht gelitten zu haben, wenn man dem glaubt, was Fener-Fans nur allzu gerne von ihrem Verein erzählen. Mit Christoph Daum wurde schließlich ein bei der Anhängerschaft bis dahin äußerst beliebter Trainer verpflichtet. Alles in Ordnung, im Staate Fener, möchte man sagen. Nun verpasst dieses vermeintliche Starensemble am letzten Spieltag auf spektakuläre Art und Weise die Meisterschaft und das nicht, weil der Stadionsprecher den falschen Spielstand ansagte. Mal ehrlich, wer das Spiel zumindest auszugsweise verfolgt hat, wird nicht leugnen können: Die Chancen hatten sie.

Nun gibt es aber diese Tage, wo der Ball einfach nicht rein will und in letzter Sekunde wird man dann doch überholt. Das ist tragisch, wie magisch, wenn man mich fragt, denn gerade diese verrückten Spiele machen den Fußball doch so interessant. Hätte die Anhängerschaft von Fenerbahce nur ansatzweise Charakter und Klasse bewiesen und sich dem tragischen Versagen ihrer Helden entsprechend verhalten, ein bisschen mehr vom Stolz der Fans von z.B. Leverkusen oder ja, ich gebe es zu, Schalke gezeigt – das Spiel wäre wohl in positiver Hinsicht unvergesslich geworden. Gerade die besonders bitteren Niederlagen sind es doch, die einen „guten“ Fan ausmachen. Kopf hängen lassen, weinen, Bier trinken, aufrappeln, weitermachen. Und dann den Kindern und Enkeln berichten: Ich war dabei, damals 2001, als wir dachten, wir sind Meister und dann geht der Schober mit der Hand an den Ball (ja, das musste ich jetzt sagen!). Was jedoch werden all jene ihrem Nachwuchs berichten, die nach dem Saisonfinale gegen Trabzonspor randalierten? „Gut, wir sind der reichste Klub der Türkei, waren in den letzten 10 Jahren 8 Mal unter den besten 2, aber nachdem wir diesmal nicht Meister geworden sind, musste wir leider das Stadion auseinandernehmen“?

Ja, ich mache die Reaktionen der Fans nach einem solchen Drama zur Charakterfrage, ja ich werde polemisch und ja, ich schließe von mir auf andere. Was sollen die Schalker und Leverkusener sagen, ob all der vergeigten Chancen zur Meisterschaft? Was die Bochumer zu den ständigen Auf- und Abstiegen ihrer Mannschaft? Was ist mit all denen, deren Verein vor dem finanziellen Aus steht?

Wut, Frust, Enttäuschung sind jedem echten Fan gut bekannt. Sie mit Würde und Anstand zu ertragen jedoch, das macht den (mAn) „wahren“ Fan aus. Sicher, ich erwähnte es eingangs, auch deutsche Fußballfans sind z.T. mit großer Vorsicht zu genießen, aber es gibt einen Unterschied zwischen Kategorie B und C Fans und einem ganzen Stadion, dass sich plötzlich in einen wilden Mob verwandelt. Wegen einer knapp vergebenen Meisterschaft?! Bitte! Wenn sie sang- und klanglos 12. geworden wären, dann hätte ich das ja noch halbwegs verstehen können. Aber so ein tragischer Fight, den man am Ende durch eigene Dummheit und viel, viel Pech verliert – das hat doch auch etwas Heroisches! Oder besser: Hätte haben können.

Sahen die Fans von Fenerbahce wohl anders. Nur gut, dass der Verein in FIFA Fußball Manager 2011 – Manier zu kommenden Saison wieder (gefühlt) jedes ausländische Talent gekauft hat, das mit Geld und gutem Willen zu einem Wechsel zu bewegen war. So diskutiert der internetaffine Teil der Anhängerschaft schon seit Wochen wieder ausschließlich darüber, wer wohl als nächstes geholt wird. Ronaldinho, Hazard, gar Dolph Lundgren himself?! Ich kann nur hoffen, dass man in diesem Jahr mit 18 Punkten Abstand zum Zweitplatzierten die Liga als Meister abschließt, sonst geht wohl eine Atombombe im Stadion hoch.

Auch wenn ich diesen überladenen Begriff zutiefst verabscheue, aber Fanehre sieht für mich anders aus. Bitte schämen.

Uhaha