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Rezension: Das A-Team – Der Film

August 4, 2010

Nun also doch. Lange habe ich überlegt, ob es überhaupt lohnt, sich über diesen Film auszulassen. Es lohnt sich jedoch nicht nur, es MUSS schlicht und ergreifend sein, sonst explodiert mir womöglich die Gallenblase.

Doch wo soll ich nur anfangen? Das erste Stirnrunzeln stellte sich bereits bei Bekanntwerden der Besetzung ein. Nachdem zeitweise Ice-Cube (der mAn perfekt für die Rolle gewesen wäre) als B.A. gehandelt wurde, war Rampage Jackson schon eine herbe Enttäuschung, zumal hier zu erwarten war, dass er selbst die zwei Gesichtszüge eines Mr. T nicht im Repertoire haben würde. Bradley Cooper als Face, bei dem ich mich sofort fragen musste „Hat dieser Mann schon mal eine Rolle gespielt, die mir nicht zum Brüllen unsympathisch war?“, hat mich auch nicht wirklich erfreut. Da ich vorangegangene Frage klar verneinen musste, kam sofort als logische Konsequenz dessen eine weitere Frage auf: „Kann das nur an den miesen Typen gelegen haben, die Herr Cooper bislang gespielt hat oder ist er einfach mit einer unfassbar unsympathischen Visage/Aura gesegnet?“ Nun ja, abwarten, dachte ich mir und schob meine Aversion gegen Cooper auf die Folgeschäden, die ich vom „Hangover“-Ansehen übrigbehalten habe (als da wären: plötzliches Erbrechen, unkontrollierbare, sich nicht ankündigende Wutausbrüche, gewalttätiges Verhalten gegenüber jedem, der einer der Figuren des Films oder seinem Drehbuchautor auch nur im Entferntesten ähnlich sieht, Paranoia). Das Murdock Look-a-like Sharlto Copley gefiel mir als Besetzung für die schwierigste der vier Rollen im Vorfeld noch mit Abstand am besten, hatte er doch in District 9 bereits unfreiwillig den Murdock gespielt. Doch dann: Liam Neeson als Hannibal! Grundgütiger! Herr Neesons Bekanntheitsgrad in allen Ehren, aber halbwegs humorvoll habe ich ihn  noch nie agieren gesehen. Aber lassen wir uns überraschen, dachte ich mir.

Wie unrecht ich damit hatte. Ich hätte es mir sparen sollen, ähnlich wie den vierten Indiana Jones Film (den ich hier nicht einmal namentlich benennen möchte, das Trauma ist einfach noch zu nah). Rampage macht genau das, was ich von ihm erwartet hatte (NICHTS!). Liam Neeson hängt wohl noch in seiner Nazi-Rolle aus „96 Hours“ fest und zeigt den gesamten Film über nicht mal einen Anflug von George Peppards ironischem Charme. Auch Bradley Cooper hat mir nun noch einen weiteren Grund geliefert, ihn zu hassen. War Dirk Benedicts Faceman noch auf eine lustige Art und Weise schmierig, so ist Coopers Rolle einfach NUR schmierig. Freilich, dafür kann er als Schauspieler eher wenig und dennoch scheint ihm der neue Anti-Face wie auf den Leib geschrieben, wenn er völlig an der Figur vorbei gefühlte 90 % des Films oben-ohne herumrennt. Sharlto Copley macht seine Sache anständig, jedoch vergewaltigt das unterirdische Script seine Rolle noch ein kleines bisschen mehr, als die anderen 3, so dass nicht mehr viel übrig bleibt, woraus er etwas hätte machen können.

Wenn ich „The A-Team“ mit einem Wort beschreiben müsste, würde ich „plump“ wählen. Alles scheint, wie mit dem Holzhammer inszeniert. Plumpe Figuren, plumpe Zitate des Originals, eine plumpe (und völlig deplatzierte) Lovestory. Am schwersten jedoch wiegt die plumpe und bierernste Grundstimmung des Films, der eigentlich viel mehr harter Action-Reißer sein will, als A-Team. Die Actionszenen selbst sind dann jedoch so over the top, dass sie weder in diese besagte Sparte passen, noch etwas mit den ironisch-trashigen Sequenzen der Kultserie gemeinsam haben. Leider hat man sich jedoch dafür entschieden, ihnen zuliebe das gesamte Erzähltempo des Films (als ob er nicht auch so schon völlig ruiniert gewesen wäre) auf die, in good old Hollywood derzeit beliebte, Hase-Igel Geschwindigkeit zu beschleunigen. Wenn die Story losrennt, ist die Action schon da. So fühlt sich der Zuschauer dann meist wie vor den Kopf gestoßen, denn die (eigentlich altbekannte) Handlung hüpft umher, wie ein dickes Kind im Süßwarenladen (man verzeihe mir den Vergleich). Apropos Story: Wer kam eigentlich auf die Idee, das A-Team von Vietnam in den Irak zu vers…..lassen wir das. Bringt doch alles nichts.

„Das A-Team“ ist ein Totalreinfall, den man schnellstmöglich wieder vergessen sollte. Hier wurde so viel falsch gemacht, wenn ich tatsächlich alles aufzählte, wäre diese Erregung hier am Ende vermutlich länger als das Drehbuch. Nur eines noch: Wenn Murdock dann noch dazu gezwungen wird, einen aktuellen Popsong zu Werbezwecken zu trällern, ist das Maß endgültig voll. Selten wurde ein 80er Jahre Klassiker so sehr verhunzt, seine Figuren geschändet und seine Fans gedemütigt. Also wie gesagt, nicht ansehen und wenn doch, am besten danach einen Traktorreifen auf den eigenen Kopf fallen lassen, damit schnellstmöglich das Gedächtnis gelöscht wird.

Dieser Beitrag wird sich in 5 Sekunden selbst zerstören. Uhaha.